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Reisesperber

Nach unserem längeren Aufenthalt in Canmore sind wir nun wieder zurück in den Hugo umgezogen und über Revelstoke nach Whistler gefahren. Aber eins nach dem anderen, zuerst mal waren wir ja einen Monat in Canmore: 

 

Canmore ist eine Kleinstadt, östlich vom Nationalpark Banff und ca. 100km von Calgary entfernt. Canmore, dass von den Bergen 3 Sisters und Ha Ling und zig Hunderten von Peaks umgeben ist, gefällt uns einiges besser als die Stadt Banff. Banff selbst ist überfüllt mit Souvenirshops (Herrscher der Souvenirshops sind die Chinesen) und Hotels um Hotels sowie Apartments reihen sich aneinander. Dazu kommen noch die stolzen Preise der Restaurants. Als wir gesehen haben, was Banff und Canmore für coole Trails zum biken haben, warteten wir nicht lange und ersetzten die gestohlenen Bikes bereits in der ersten Woche 🙂 In Canmore hatten wir einen selbsternannten “Metzgertrail” entdeckt, welcher direkt hinter unserem Apartment befand. Es waren nur ca. 250 Höhenmeter, die bis zum Peak bewältigen werden mussten, doch durch die Höhe selbst, Canmore liegt auf 1’350 m. ü. M., war es doch mehr herausfordernd als gedacht (ok, vielleicht lag es auch an der Kondition 🙂 ) Jedenfalls war die Abfahrt ein riesen Spass. Auf den Trails wird man ständig auf die Bären aufmerksam gemacht und man rät auch stets, dass man einen Bärenspray dabei haben sollte. Wir Gagalaris sind uns natürlich nicht gewohnt einen Spray mitzuschleppen auf einer Mountainbiketour. Deshalb mussten wir halt auf eine andere Methode zugreifen und schrien jeweils “Hey bear … Hello bear..” 🙂 Ach ja, wieso haben wir eigentlich den Trail “Metzgertrail” genannt? An der Strasse, welche zu diesem Trail führt, ist der “Valbella Gourmet Food Shop”. Diese Metzgerei hat ein Schweizer im 1978 aufgebaut. Mittlerweile hat die Metzgerei über 100 Angestellte. Im Sortiment gab es Cervelat, Bratwürste, Kägi Fred und auch Rivella, Biber etc. Man fühlte sich wie zu Hause und die Würste sind echt super fein 🙂 Markus, der mit seiner Frau Esther ebenfalls seit 30 Jahren in Canmore lebt, arbeitet dort als Productmanager. Wir waren mit Walter bei Markus und Esther zum Essen eingeladen und es war spannend zu hören, wie sich das alles entwickelte. Nicht nur wie sich das mit der Metzgerei entwickelt hatte, sondern mit ganz Kanada. Wir diskutierten über die Natives, First Nation Menschen und die Rechte und Gesetze, über die Politik und das Auswandern sowie das Reisen und Campen bis es dann 01.00 a.m. nicht mehr ganz nüchtern wieder zurück ins Apartment ging 🙂 Die Gesetze haben wir gemeinsam mit Walter und Gerry dann auch noch gebrochen, als wir an der Öffentlichkeit ziemlich spontan Bier getrunken haben. Der Abend/Morgen endete dann bei Gerry und seiner kolumbianischen Frau Clara zu Hause. Das Social Distancing von 2m konnte leider nicht immer eingehalten werden 🙂 

Wir hatten natürlich ein super Ort, an dem wir nun “festsassen”. Umgeben von vielen Parks, Trails und Seen. Und so haben wir auch mal einen Wanderausflug samt Zelt geplant. Wir packten unsere Sachen und fuhren mit unserem Hugo in die Region Kananaskis. Genauer gesagt an die Seen Upper- Inter- und Lowerlakes. Wir parkierten den Hugo beim Upperlake und schon dort war es wunderschön. Die letzten Eisschichten wurden durch die warmen Temperaturen und der Sonnenstrahlen gerade weg geschmolzen. Ein richtiges Frühlingserwachen könnte man meinen – doch 400m weiter oben beim Lawson Lake war alles noch komplett weiss und gefroren. Auch unser Schlafplatz, den wir auf dem Grat zum Lawson Peak geplant hatten, war mit Tiefschnee noch bedeckt. Die ständigen Lawinenabgänge machten ein Weiterlaufen leider unmöglich. Ja, dann hatten wir unser riesen Gepäck leider vergebens hinaufgeschleppt und so trotteten wir ein wenig enttäuscht den Berg hinunter zurück zum Hugo an den Upperlake. Ein richtiger Aufsteller waren dann dafür die Bären, welche quer über den Highway auf der Fahrt nach Hause spaziert sind. Genauer gesagt ein Bärenmami mit ihren zwei Kids. Einfach nur fantastisch und beeindruckend. 

Da es mit dem Berg oder mit einer Wanderung nicht klappen wollte, versuchten wir halt unser Abenteuer auf dem See oder Fluss. Wir entdeckten ein Kajak im Canadien Tire. Also eines zum Aufblasen, ein Richtiges hätte platzmässig nicht mehr in den Hugo gepasst. Mit diesem Kajak ging es dann zuerst in Richtung Banff zu den Vermilion Lakes. Dort war es uns aber zu langweilig, jedoch war die Aussicht wirklich wunderschön. Später ging es auf den Bow River und dort kurvten wir stundenlang den Fluss hinauf und trieben wieder mit dem Strom zurück. Ein “Wildlife Erfolg” mit unserem Kajak hatten wir dann aber auf dem Minnewanka Lake. Der See befindet sich im Nationalpark Banff und normalerweise sehr touristisch. Wir waren aber fast die Einzigen auf dem See und so entdeckten wir ein Elchrudel am Ufer, die gemütlich am grasen waren. Thomas hatte nun das perfekte Motiv um sein neues rieeesen Objektiv testen zu können (Ergebnis findet ihr in der Bildergalerie). 

Neben vielen weiteren Erlebnissen und etwas Arbeiten verging der Monat im Apartment wie im Flug. Es gefiel uns sehr in dieser Region und wir durften viele nette Leute kennen lernen. Es gab interessante Gespräche mit Ladenbesitzern in Banff und wir stellen immer öfters fest, dass die Leute hier in Kanada unglaublich freundlich, kommunikativ und offen gegenüber Anderen sind. 

Der Hugo war nun wieder gestriegelt, geputzt und gepackt und so konnte es mit unserer Reise weitergehen. Die Frage wohin, hatten wir uns oft gestellt und irgendwie nie eine richtige Antwort gefunden. Im Sinn hatten wir die Route 93 in Richtung Jasper. Das ist die bekannte Icefield Parkway. Viele Naturattraktionen, Wanderwege, Pärke etc. reihen sich aneinander. Doch durch das Corona und die Richtlinien, welche die Campingplätze vom Goverment festgelegt bekamen, machte es uns leider unmöglich, diese Route zu fahren. Gemäss dem Gesetzt darf man innerhalb den Nationalpärken nur auf offiziellen Campingplätzen übernachten. All diese Campingplätze sind voraussichtlich bis und mit Ende Juni 2020 geschlossen. Die Strecke Banff – Jasper liegt teils im Banff und im Jasper Nationalpark und wäre mit 288km (ca. 4h Fahrzeit) sicher machbar. Wegen den geschlossenen Campingplätzen, die auf dieser Strecke sind und Wildcampen im Park strikt verboten (was auch stark kontrolliert wird) ist, gab es eigentlich nur die Option um die Strecke an einem Tag zu fahren und in den nächsten Provinzpark zu übernachten. Nur leider kam schon die nächste Einschränkung, denn auf den Campingplätzen in einem Provinzpak dürfen nur Einheimische, d.h. Leute aus der Provinz Alberta, übernachten und falls es noch einen freien Platz hätte, (was bei einem campingfreuden Land wie Kanada sowie nur 50% Auslastung wegen dem Virus schier unmöglich ist) wären dann die anderen Reisenden dran. 

Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, jedoch mussten wir uns eingestehen, dass es einfach zu Schade wäre, wenn wir einfach in Richtung Jasper durchbrettern würden.  Für diese Strecke haben wir einen Monat geplant und nun sollen wir alles an einem Tag durchqueren? Und so besuchten wir noch das Skigebiet Lake Louise und fuhren dann westlich weg von der Icefield Parkwayroute in Richtung Revelstoke. 

Revelstoke ist ein bekannter Winterort. Thomas war von vielen Jahren schon mal hier zum Heliskiing. Aber wie schon gesagt,… ein Winterort. Als wir auf dem gebuchten Campingplatz angekommen waren, waren wir die Einzigen und im Dorf war auch nicht viel mehr los. Trotz Winterort fanden wir einen super Flowtrail etwas oberhalb von Revelstoke und ja,.. auch da haben wir natürlich den Bärenspray und das Glöggli vergessen 🙂 Und was das Skifahren angeht, das Skigebiet ist nur halb so spektakulär. Verglichen mit den Schweizer Skigebieten ist Revelstoke vielleicht etwa Brambrüesch 🙂

Nach drei Nächten hatten wir genug und entschieden uns nach Whistler zu fahren. Wir erhofften uns wieder etwas mehr Leben anzutreffen. Etwas weniger als 7h sind wir durch malerische Natur und abwechselndem Klima gefahren. Es war ein auf und ab und kurvig. Man kann sich vorstellen als würde man einem Canyon nachfahren. Die Strecke hatte es also in sich 🙂 Als wir dann in Whistler angekommen sind, liefen wir zuerst ins Village. Phuu,.. etwas mehr Leute zum Glück 🙂 Durch das Dorf hindurch zu den Talstationen Whistler Mountain und Blackcomb doch da standen wir wieder vor verschlossenen Türen. Naja,. wenigstens haben wir einen Campingplatz mit Dusche und WC und vielleicht werden die Bergbahnen im Juni ja noch geöffnet. 

Wir befinden uns nun auf dem Campingplatz in Whistler und werden uns an die Richtlinien der British Columbia halten und keine Aktivitäten am Whistler Mountain und Blackcomb unternehmen. Thomas hat sich fürs Fischen begeistern lassen. Mal schauen,.. vielleicht gibt es ja heute einen Fisch zum z’Nacht? 🙂 

Wir geniessen nun Whistler und dann sehen wir, wie es weitergeht. Unten in der Bildergalerie findet ihr viele tolle Bilder. 

Bis bald 

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