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Reisesperber

Wie die Zeit vergeht. Nach unserem Volunteering auf dem Campingplatz am Quesnel Lake ging es weiter nach Smithers, Prince Rupert und danach auf die Fähre in Richtung Vancouver Island. Doch eins nach dem anderen: 

 

Ja, dass es schlussendlich drei Monate waren, welche wir mit volunteering auf dem Campingplatz verbrachten, das hätten wir selbst nicht gedacht. Doch irgendwie passte alles. Wir lernten viele neue Leute kennen und durften in einem Betrieb mitarbeiten, wo immer etwas los ist. Es war eine super Erfahrung, mal aus dem gewöhnlichen Bürojob auszubrechen und einfach mal in der Natur in einem belebten Resort mitzuhelfen. Kein Tag war wie der andere und auch dort stellten wir fest, dass planen wieder mal nichts bringt. Entweder streikte das Wetter und es brachte uns völlig überraschend einen Thunderstorm oder die Toiletten Pipeline der Kabinen waren wegen Diapers verstopft! Das brachte sogar fast Greg, der ruhigste und unbekümmerte Mensch, den wir je gesehen haben, fast aus der Fassung. Die Long-Weekends gefielen uns besonders gut, denn dann war wirklich die Hölle los. Alle Kabinen und RV Plätze waren komplett ausgebucht und das Wetter war herrlich. Trotz der etwas hektischer Zeit kamen wir mit vielen Leuten ins Gespräch. Sie erkannten uns natürlich direkt an unserem Akzent und waren begeistert, als wir von der Verschiffung des Hugo’s und unserer Reise erzählten.

 

Unter der Woche war manchmal nicht viel los und wir nutzten dann die Gelegenheit und fuhren in die Ferien 🙂 Bei etwas durchzogenem Wetter ging es nach Sun Peaks. Sun Peaks sollte ein bombastischer Ski Ort sein. Es holte uns aber nicht von den Socken, als wir die paar “Hügeli” sahen, aber für das Downhillen reichte es allemal. Es war einfach grossartig. Mit dem Sessellift ging es hinauf und dann rasten wir den Berg hinunter 🙂 Das war wirklich genial. Etwas lockerer ging es dann bei unserem zweiten Trip zu und her. Wir fuhren etwas westlich auf dem Highway 20 und übernachteten auf den Recreational Sites (das sind die gratis Stellplätze, welche vom Provincial Park in British Columbia angeboten werden). Eine Woche verbrachten wir so am Tatla Lake. Etwas fischen, baden, kochen und sogar ein Stand Up Paddle durften wir von unserem Nachbar ausleihen. 

 

Der Abschied vom Resort nahte und es wurde uns bewusst, dass wir nicht bloss ein Campingresort sondern viele neue Freunde verlassen werden. Was wir in diesen drei Monaten erlebten, war einfach nur genial und das beste was uns passieren konnte. 

 

Wir beschlossen nach dem Volunteering in Richtung Westen weiterzureisen. Zuerst fuhren wir nach Smithers. Smithers ist bekannt für das Salmon Fishing, dass genau in dieser Zeit aktuell ist. Die Fische schwimmen etliche km dorthin zurück wo sie mal geboren waren um zu laichen. Aber natürlich ist nichts gratis (ausser man ist ein First Nation). Das Fischen in den Flüssen kostet 1 x pro Fluss/Tag 25 $, 63$ 1 x pro Saison und zusätzlich, wenn man den Fisch herausnimmt und tötet, noch 39$. Also wie ihr seht, ein sehr sehr teures Hobby. Doch wenn wir schon mal hier sind…. dann lösten wir halt für Thomas eine Fischerlizenz. Leider war die Marche ziemlich mager. Kein einziger Fisch biss an.

 

Nach Smithers und dem erfolglosen Fischen ging es endlich ganz in den Westen, endlich ans Meer nach Prince Rupert. Die Ost-West Durchquerung war mit wenigen Hindernissen geschafft. Prince Rupert ist ein schönes Fischerdörfchen. Viele kleine Gift Shops und Restaurant zieren die Promenade. Die Häuser sind bunt gestrichen, dass machte das etwas trotzige Wetter fast wieder wett. Wir leisteten uns in einem Restaurant, welches uns empfohlen wurde, einen feinen z’Nacht. Jedoch war Nadia etwas enttäuscht über den hochgeredeten Fish ‘nd Chips. Wir übernachteten auf dem Campingplatz, welcher in der Nähe der Boarding Brücke der BC Ferries war. 

 

BC Ferries ist ein gutes Stichwort. Den mit der Fähre ging es dann auch weiter. Am 15. September am Abend fuhren wir mit unserem Hugo in die riesen Fähre ein. Unglaublich, man könnte meinen das Schiff hätte ein Parkhaus verschluckt. Viele Camper, riesige Campingbusse, Auto mit Anhänger befüllten den Bauch des Schiffes. Die Fahrt dauerte 14 Stunden. Für die Nacht buchten wir eine Kabine. Den Aufenthalt war angenehm, wegen dem Covid war halt die Maske überall pflicht und das Essensangebot war auch ziemlich reduziert. Wie üblich halt den Burger für das Abendessen und das Oatmeal für das Frühstück. Gegen Mittag kamen wir dann in Port Hardy auf Vancouver Island an. Port Hardy ist zugleich der nördlichste Punkt der den Island Highway mit dem südlichsten Punkt Victoria verbindet. Der nördliche Teil der Insel bietet viele Hiking Trails und den bekannten Ausflug Cape Scott.  Wir erkundeten uns  im Tourismuscenter  und fanden heraus, dass ein moderater Wanderweg über 23 km zu einem Leuchtturm führt. Die Besucher planen jeweils eine oder zwei Übernachtungen im Zelt an den diversen Buchten, welche die Wanderung bietet. Das klingt doch nach einem super Abenteuer. Wir schauten die Route an, gingen Einkaufen und bereiteten alles für die Übernachtung im Zelt vor. Ihr könnt es euch ja vorstellen, die Wanderung mussten wir wegen Dauerregen und Warnungen von Thunderstorms abbrechen. Toll, ohne viel gewandert zu sein dafür mit durchnässter Kleidung verliessen wir Port Hardy und fuhren schnurstracks nach Tofino in der Hoffnung, etwas mehr “Leben” und vor allem Sonne zu finden. 

 

Ja und jetzt sind wir hier… am McKeanzie Beach. Das ist einer von vielen Stränden hier in Tofino. Der bekannteste ist der Long Beach, welcher sich über 17 km erstreckt. Tofino ist eine der beliebtesten Surfgebieten in British Columbia. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen und deshalb haben wir für eine Woche ein Surfboard gemietet. Gegen die Kälte des Meeres tragen wir einen Wetsuit. Doch es ist schon ziemlich frisch, wenn man aus dem Meer kommt und dann im strömenden Regen mit einem nassen Wetsuit am Strand steht 🙂 Wie sagt man so schön,.. Übung macht den Meister. Ob wir dann wirklich zum Profi werden sei mal dahingestellt. Aufs Brett raufspringen und vom weissen Schaum tragen zu lassen klappt schon mal 🙂 Thomas ist da schon etwas fortgeschrittener und sucht bereits die grösseren Wellen. Die Sonne ist zurück und somit können wir die Woche in vollen Zügen geniessen. 

 

Ja unser letzter Blog ist schon eine Weile her. Doch wir wussten nie so richtig, wohin wir reisen, was wir tun und dann noch was wir schreiben sollen. Wir sind schon noch etwas enttäuscht, dass wir unser eigentliches Vorhaben nicht vollenden können. Die Grenze zur USA ist sicher noch bis Ende Jahr geschlossen und neben Corona, wo Californien als “Coronahölle” bekannt ist, wüten auch noch gefährliche Waldbrände. Für den Winter haben wir keine grosse Pläne, hätten aber viele Möglichkeiten, wo wir den Hugo in den Winterschlaf bringen und wir in ein Haus umziehen könnten. 

 

Ein Blick in die Kristallkugel wagen wir (noch) nicht. Wir geniessen erstmals die (hoffentlich) wärmeren Tagen in Tofino und üben fleissig mit dem Surfen weiter 🙂 

 

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